SG Goes Africa !

Hallo ihr Lieben!

 

 

Ich wurde gebeten, ein paar Zeilen für die Internetseite der SG zu schreiben. Da mir aber sehr viel an diesem Thema liegt kann und möchte ich mich nicht kurz fassen(ich hoffe, das ist ok). Damit ihr versteht, um was es eigentlich geht, wünsche ich euch jetzt einfach viel Spaß beim Lesen!

 

 

Zunächst möchte ich mich bei euch  vorstellen, um dann zu erklären, warum ich diesen Artikel überhaupt schreibe. Mein Name ist Leonie Daiber(„Leo“), ich bin 18 Jahre alt und habe ca. acht Jahre für die SG in sämtlichen Mannschaften gespielt(Torwart). Nach meinem Abitur 2016 ging es für mich raus in die weite Welt, besser gesagt nach Kapstadt in Südafrika. Seit mehr als zehn Monaten lebe und arbeite ich hier am anderen Ende der Welt. Lange vor meiner Ausreise stand  schon fest, dass ich diesen neuen Schritt wagen wollte. Dass viele neue Dinge auf mich zukommen würden, das war klar. Ein großer und wichtiger Teil meines Lebens in Deutschland jedoch sollte mich auch durch dieses Jahr in Südafrika begleiten: der Handballsport.

Ich absolviere einen Freiwilligendienst, welcher insgesamt ein Jahr andauert. Großes Glück habe ich mit meinem wundervollen Projekt, welches sich zum Ziel gesetzt hat, Handball in Südafrika an Schulen zu integrieren, eine Handballliga/kleinere Ligen vor Ort zu starten und den Sport einfach an die Kinder und Jugendlichen heranzuführen. Handball ist hier weitestgehend unbekannt, was

zum einen Nach-, aber vor allem Vorteil für uns ist. Es dauert somit länger, die richtige Wurftechnik beizubringen, da sich die Kinder gerne mal den Rugbywurf zum Vorbild nehmen. Jedoch nutzen wir die große Chance, welche der hier neue Sport Handball mit sich bringt: Alle Kinder und Jugendlichen zusammen zu bringen, egal welche Hautfarbe sie haben, welcher Herkunft sie sind, welche Religion sie praktizieren oder welchen Geschlechts sie sind. Initiiert wurde die Organisation „Play Handball ZA“ von Nicola Scholl, einer ehemaligen Bundesligaspielerin aus Deutschland, die seit einigen Jahren selbst in Kapstadt lebt und mit ganzem Herzen ihr Projekt vorantreibt. Wir Freiwilligen helfen dabei natürlich und unterrichten somit vorrangig Handball meist an Schulen, an welchen wir aber für den gesamten Sportunterricht verantwortlich sind, da es häufig keine Sportlehrer gibt.

 

Ich selber wohne in Manenberg, einem Vorort von Kapstadt in den sogenannten Cape Flats, welcher mit einer hohen Arbeitslosen- und Armutsquote sowie mit einer großen Kriminalitätsrate und Drogenmissbrauch zu kämpfen hat. Wie ihr euch denken könnt, kommen die meisten Kinder an meiner Primary School genau aus diesen Verhältnissen. Meine Aufgabe ist es, im Unterrichtsalltag den Kindern und auch Lehrern eine entlastende Möglichkeit zu bieten. Während sich die Kinder bei meiner Mitfreiwilligen und mir auf dem Feld und mit den Handbällen austoben dürfen, haben die Lehrer auch mal eine entspanntere Stunde. Da die Klassen bis zu 40 Kinder fassen, ist in einer Stunde durchaus etwas geboten. Wie ihr euch bestimmt vorstellen könnt, hat es ein wenig gebraucht, bis wir unseren knapp 600 Schülern Handball und sämtliche andere Sport- und Spaßspiele beigebracht haben. Das grundlegende Handballspiel ist jedoch nicht schwer zu erlernen, so dass mittlerweile alle

verstanden haben, um was es geht: Den Ball ins gegnerische Tor zu werfen, möglichst einmal mehr als das andere Team. Doch nicht nur auf sportlicher Ebene gab es viel zu tun, vor allem in die social skills der Kinder haben wir viel Zeit investiert, Disziplin, Teamwork, Kommunikation und Konfliktlösung thematisiert. Ihr seht, es gehört also einiges dazu, macht aber total Spaß, mit den Kindern zusammen zu arbeiten.

        

Doch nun möchte ich den Bezug zur SG herstellen. Vor einigen Monaten erreichte mich die Nachricht von Sonja, ob wir hier nicht Gebrauch für Trikots und Bälle von der SG haben. Wir organisierten gemeinsam den Transport und die Abholung und dann kam tatsächlich ein großes Paket mit mehreren Trikotsätzen und Bällen an meiner Schule an. Die Trikots durften die Schüler unseres Nachmittagsprogramms dann auch direkt mal testen. Ein paar Bilder sollen euch einen Eindruck davon vermitteln, was hier ein Jahr lang meine tägliche Arbeit war und wie das dann aussah. Die Bälle werden wohl für den normalen Unterricht verwendet, während die Trikots eher für Turniere oder einen Ligabetrieb eingeplant sind.

 

Ich möchte mich an dieser Stelle ganz herzlich bei allen bedanken, die sich dafür eingesetzt haben, dass das Paket auf die lange Reise gesendet wurde. Bälle bekommt man hier einfach nicht so schnell, dabei sind sie das Wichtigste für die tägliche Arbeit. Und an den Trikots hatten alle Kinder auch direkt ihren Spaß, so dass an diesem Tag außergewöhnlich viele Kinder am Nachmittagsprogramm teilnehmen wollten. Ein besonderer Dank gilt Sonja und Ines, die dann wirklich die konkrete Arbeit übernommen haben.

 

Interessiert ihr euch für mein Projekt? Dann schaut mal unter folgender Internetadresse rein.

play-handball.org

Falls ihr noch mehr über mein Auslandsjahr erfahren möchtet, seid ihr immer herzlich Willkommen auf meinem Blog.

leonie-in-za.jimdo.com

Ich hoffe, euch alle bald mal wieder zu sehen und wünsche euch eine gute Vorbereitung auf die Saison.

Liebe Grüße aus Kapstadt

Eure Leo